Viele von den Astrofotgrafen haben doch bestimmt schon mal das Problem gehabt ein Objekt nicht richtig Scharfstellen zu können. Dies liegt daran, daß die meisten Kameras viel Licht schlucken und man dadurch das zu fotografierende Objekt nicht richtig sieht. Nun haben viele schlaue Astronomen sich darüber den Kopf zerbrochen und eine Lösung für dieses Problem gefunden. Die Scheinerblende.
Diese Blende ist nicht teuer und man braucht auch kein spezielles Material um sie zu bauen. Ein großer Stück Pappe (größer als der Objektivdurchmesser), eine Schere und ein wenig Klebeband.
Also Ihr schneidet nun aus dem Stück Pappe eine runde Scheibe aus. Sie sollte mindestens 10 cm mehr im Durchmesser haben als der Außendurchmesser Eurer Tubus. Nun zeichnet Ihr einen zweiten Kreis auf diese Scheibe. Dieser sollte dem Außendurchmesser Eures Tubuses entsprechen. Jetzt schneidet Ihr alle 2 cm die Scheibe ein und zwar von außen bis zum gezeichneten Kreis. Ihr klappt nun die entstandenen Laschen um und klebt sie mit dem Klebeband fest. Dies macht Ihr am besten am Tubus, damit bekommt Ihr gleich dessen Durchmesser genau hin. Achtet darauf, daß die Blende nicht zu Eng oder zu Locker sitzt.
Bis jetzt haben wir uns eine schöne Taukappe gebaut, doch es soll ja eine Blende werden. Also weiter.
Jetzt Zeichnet Ihr zwei Kreise (Durchmesser: zwischen 2-4 cm) im gleichen Abstand zum Mittelpunkt auf die Blende. Dies sollte genau sein. Der Durchmesser der Kreise muß auch gleich sein. Jetzt schneidet Ihr die Kreise aus und fertig. Die Scheinerblende ist vollendet.
Optional habe ich mir matten Autolack in einer Sprühdose gekauft und die Blende eingesprüht. Sieht erstmal besser aus und in die Pappe zieht nicht so viel bis keine Feuchtigkeit.
Zur Anwendung ist folgendes zu sagen. Durch die beiden Löcher werden zwei Lichtstrahlen in den Tubus geleitet. Solange das Okular sich nicht in der richtigen Brennebene befindet, werden auch zwei Bilder im Auge ankommen. Wenn man nun scharfstelle will, dann schaut man nur durch das Okular/Kamera und stellt solange ein, bis aus den zwei Bildern eines wird. Damit spielt es keine Rolle ob man das Bild scharf sieht oder nur ein Lichtpunkt. Nun kann man sein Teleskop auf jedes Himmelsobjekt richten und hat für dieses Okular/Kamera die richtige Schärfe.